Hohe Leberwerte senken – die Leber entlasten

Leberwerte senken

Wie kann man zu hohe Leberwerte senken?

Sie sind die ersten Anzeichen dafür, dass mit der Leber etwas nicht stimmt.

Im frühen Stadium einer Lebererkrankung sind sie die einzigen Indikatoren, die auf eine Leberfunktionsstörung hinweisen.

Es empfiehlt sich, die Leberwerte in regelmäßigen Abständen zu überprüfen und bei deutlich erhöhten Werten rechtzeitig gegenzusteuern.

Leberwerte senken – aber wie?

Die häufigsten Ursachen für erhöhte Leberwerte sind neben der Leberentzündung, der Hepatitis, auch Erkrankungen der Galle, wie zum Beispiel Gallensteine.

Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen können ebenfalls zu erhöhten Werten führen.

Weiterhin könnte auch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, eine Autoimmunerkrankung oder eine Vergiftung die Leberwerte ansteigen lassen. Im schlimmsten Fall handelt es sich um eine Leberzirrhose.

Die am weitesten verbreiteten auslösenden Faktoren haben wir allerdings oft uns selbst zuzuschreiben.

Eine sogenannte Fettleber entsteht durch Alkohol, falsche Ernährung und Übergewicht sowie Medikamente.

Auch zu viel Stress kann sich negativ auf die Leberwerte auswirken.

Damit sind erhöhte Leberwerte auf dem besten Weg zur neuen Volkskrankheit zu werden.

Um dem entgegen zu wirken, sollten Sie daher Ihre Leberwerte senken, indem Sie auf eine ausgewogene Ernährung achten und auch den Alkoholkonsum im Auge behalten.

Mit Entspannungsübungen können Sie Stress zwar nicht verhindern, aber abbauen. Experten empfehlen den völligen Verzicht von Alkohol und einen maximalen Fettkonsum von 60 Gramm täglich.

Medikamente sollten Sie nur einnehmen, wenn eine medizinische Indikation vorliegt.

Die Leber und ihre Funktionen

Die Leber ist für den Stoffwechsel des Körpers unentbehrlich. Die vom Darm an das Blut abgegebenen Stoffe werden verwertet, gespeichert, umgewandelt oder abgebaut.

Wichtige Substanzen wie Eiweiß, Vitamine, Zucker und Fett werden verarbeitet, eingelagert, oder sofort weitergegeben.

Die Leber produziert zum Beispiel Blutgerinnungsbausteine, die bei Verletzungen benötigt werden und einen großen Teil des körpereigenen Cholesterins, aus dem die Gallenflüssigkeit produziert wird. Die Gallenflüssigkeit ist wiederum dafür verantwortlich, dass die Fette in der Nahrung verdaut werden können.

Hormone werden von der Leber ebenso gefiltert, wie nicht mehr benötigte Zellen und im Blut befindliche Bakterien. Wasserlösliche Stoffe werden über das Blut in die Nieren geleitet, von wo sie über den Harn ausgeschieden werden. Stoffe, die nicht wasserlöslich sind, werden an den Darm abgegeben.

Die Leber ist als „Entgiftungsorgan“ bekannt. Bei Stoffwechsel-Prozessen entstehen giftige Stoffe, die von der Leber in harmlose Substanzen umgewandelt werden.

Eine der bekanntesten Entgiftungsaufgaben ist die Reduzierung des Alkoholspiegels im Blut.

In mehreren Schritten wird der Alkohol in Fett umgewandelt. Nicht zuletzt ist dieses Fett für den uns allen bekannten „Bierbauch“ verantwortlich.

Wie kann ich die Leber entlasten und meine Leberwerte senken?

Die Leber befindet sich direkt unterhalb des Zwerchfells im rechten Oberbauch, erstreckt sich aber bis weit über den Magen hinaus. Sie ist teilweise mit dem Zwerchfell verwachsen und verschiebt sich daher beim Atmen in den Bauchraum.

Die Leber verursacht keine Schmerzen. Lediglich wenn sie im Verlauf einer Erkrankung stark vergrößert ist, kann sie einen Druckschmerz unter der untersten rechten Rippe verursachen.

Ständige Müdigkeit, Verdauungsbeschwerden oder Juckreiz sind Symptome, die auf eine kranke Leber hinweisen können.

Zum Glück ist die Leber ein Organ, das sich bei kleineren Schädigungen wieder regeneriert. Ist die Funktion der Leber gestört, kann dies erhebliche Folgeschäden nach sich ziehen.

Damit sich die Leber wieder erholen kann und Ihnen unliebsame Begleiterscheinungen erspart bleiben, sollten Sie Ihrer Leber hin und wieder etwas Gutes tun und Ihre Leberwerte senken.

– Trinken Sie viel

täglich zwei Liter Wasser oder Kräutertee wären ideal. Je mehr Flüssigkeit Sie dem Körper zufügen, desto leichter kann die Leber Ihre Entgiftungsaufgabe erfüllen.

Schädliche Stoffe werden schneller zur Leber transportiert, sodass auch die Reinigung des Körpers beschleunigt wird.

– Essen Sie dunkle Schokolade

dunkle Schokolade hilft Studien zufolge nicht nur bei erhöhtem Blutdruck, sondern entlastet auch die Leber durch eine Verminderung des Gefäßdrucks im Bauchraum.

– Bitterstoffe helfen

Endiviensalat, Löwenzahn, Artischocken und Rosenkohl enthalten Bitterstoffe, die die Gallenproduktion anregen. Die mit der Nahrung aufgenommenen Fette werden dadurch schneller umgesetzt und entlasten die Leber durch die damit einhergehenden verminderten Blutfettwerte.

Darüber hinaus können Sie Ihre Leberwerte senken, wenn Sie Alkohol und Zucker meiden.

Lassen Sie sich Zeit beim Essen, damit der Verdauungstrakt ausreichend durchblutet wird. Bei zu schneller Nahrungsaufnahme wird die Leber nur unzureichend mit Blut versorgt und ist in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt.

Farbstoffe, Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel und andere Zusatzstoffe der Nahrungsmittel verlängern den Entgiftungsprozess.

Um Ihre Leberwerte zu senken, sollten Sie daher auf den Konsum dieser Stoffe weitestgehend verzichten.

Wann sind Ihre Leberwerte zu hoch?

Die für die Leber relevanten Werte sind unter anderem GOT und GPT. GOT ist die Abkürzung für Glutamat-Oxalacetat-Transaminase, ein Enzym aus dem Eiweiß-Stoffwechsel.

Es ist eines der wichtigsten Leberenzyme und ein Indikator für eventuelle Erkrankungen des Organs. Ist der Anteil von GOT im Blut erhöht, spricht dies unter anderem für eine Leber- oder Gallenerkrankung.

GPT steht für Glutamat-Pyruvat-Transaminase, ebenfalls ein Enzym der Leber. Befindet sich zu viel GPT im Blut, ist dies ein Zeichen, dass die Leberzellen geschädigt sind.

Die Ursachen dafür, dass zu viel GPT freigesetzt wird, können unter anderem eine Leberentzündung, eine Fettleber oder auch ein Verschluss der Gallenwege sein.

Weitere Werte, die Aufschluss über die Gesundheit der Leber geben, sind AP, alkalische Phosphatase und GGT, Gamma-Glutamyl-Transferase.

Darüber hinaus kann auch die Konzentration von Gerinnungsfaktoren, Albumin und dem Enzym Cholinesterase Aufschluss über eine mögliche Erkrankung geben.

Wenn es um die sogenannten Leberwerte geht, so ist hiermit die Konzentration bestimmter Enzyme im Blut gemeint. Von erhöhten Leberwerten bei Erwachsenen spricht der Mediziner, wenn die in einem Liter Blut befindlichen Einheiten von GOT, GPT, AP und GGT ein bestimmtes Maß übersteigen.

Für Männer und Frauen gelten unterschiedliche Werte.

  • GOT – Der Wert für Frauen sollte unter 35 liegen, bei Männern unter 50
  • GPT – Auch hier gilt für Frauen ein Richtwert von 35 und bei Männern von 50
  • AP – Hier sollten die Werte bei Frauen zwischen 35 und 105 liegen, bei Männern zwischen 40 und 130
  • GGT – Die normalen Werte sollten für Frauen unter 39 liegen für Männer unter 66

Für Kinder liegen die Werte durchschnittlich etwas höher, da der Stoffwechsel wachstumsbedingt anders arbeitet.

  • GOT – altersabhängig sollte ein Wert von ca. 30 nicht überschritten werden
  • GPT – auch hier sollte ca. 30 als Richtwert dienen
  • AP – hier kann, ebenso altersabhängig wie bei GOT und GPT, ein Wert von bis zu 400 als normal angesehen werden
  • GGT – auch hier gilt wieder, dass die Werte altersabhängig sind. Sie sollten zwischen 19 und 200 liegen

„Der Schmerz der Leber ist die Müdigkeit“

Dieser Satz stammt aus der Naturheilkunde. Wenn Sie sich schon morgens müde und lustlos fühlen, könnte die Schuld vielleicht bei Ihrer Leber liegen.

Ohne einen Kaffee geht bei Ihnen gar nichts?

Für die Leber könnte dies von Vorteil sein. Neben einigen anderen positiven Aspekten für die Gesundheit, besagen einige Studien übereinstimmend, dass Kaffee sogar sehr gut ist für die Leber und sogar das Risiko an Leberkrebs zu erkranken, mindern soll.

Etwa drei Tassen Kaffee sind also, dieser Studien zufolge, der Gesundheit durchaus zuträglich und können dabei helfen, die Leberwerte zu senken. Interessant ist dabei, dass Kaffee sowohl mit als auch ohne Koffein getestet wurde und beide Varianten zu funktionieren scheinen.

Die Leber ist ein wichtiges Organ, ohne dass wir nicht lebensfähig sind. Daher sollten wir auf sie achten und rechtzeitig unsere Leberwerte senken.

Wenn Sie erfolgreich die Leberwerte senken, können Sie zahlreiche Krankheiten vermeiden. Das Frühwarnsystem der Leber funktioniert leider nur im Labor. Daher sollten Sie unbedingt regelmäßige Kontrollen durchführen lassen.

Die Leber verfügt in ihrem Inneren über keine Nerven und verursacht daher keine Schmerzen. Sollten Sie sich also häufig müde und abgespannt fühlen, empfiehlt sich unbedingt der Gang zum Arzt.

Oft bleiben Erkrankungen der Leber lange Zeit unerkannt und werden nicht rechtzeitig behandelt. Mit regelmäßigen Leberuntersuchungen tragen Sie zur Früherkennung bei.

Quellen:
Fachblatt Clinical Gastroenterology and Hepatology
https://www.cghjournal.org/article/S1542-3565(13)00609-5/abstract
Fachblatt Hepatology https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/hep.27367/abstract